UA-143331053-1 Genitalverstümmelung | MoSa-HelpingHands
Weibliche Genitalverstümmelung
Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation – FGM) bezeichnet eine schwere Menschenrechtsverletzung, bei der Teile des weiblichen Genitals abgeschnitten oder verletzt werden.
 
FGM stellt damit einen Verstoß gegen das Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit dar.
 
Zudem verstößt sie gegen die Kinderrechte gemäß der Kinderrechtskonvention und gilt somit als Kindesmisshandlung.
Aktuellen Angaben von UNICEF zufolge sind weltweit mehr als 200 Millionen Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen.
 
Tatsächlich dürften es eher doppelt so viele sein, denn bisher gibt es nur für den Subsahararaum, Ägypten und Irak umfassende Studien.
 
Dabei weiß man heute, dass auch im Nahen Osten und in Südostasien Mädchen und Frauen genitalverstümmelt werden.
Gambia
Vorkommen
Gambia ist ein sehr kleines Land, in dem viele unterschiedliche Ethnien leben.
Weibliche Genitalverstümmelung (FGM - Female Genital Mutilation) wird unterschiedlich stark praktiziert. Bei den Sarahule sind 98% der Frauen beschnitten. Die Wolof kennen traditionell kein FGM trotzdem wird es bei 12,5% ihrer Töchter praktiziert. Bei den Mandinka liegt die Beschneidungsquote bei 97%, den Djola bei 87% und den Serer bei 43%. Unter den muslimischen Frauen sind 77% beschnitten, bei den Christen sind es 21%.
Mitunter werden auch erwachsene Frauen genitalverstümmelt. Dies geschieht beispielsweise dann, wenn eine erwachsene Frau in eine Familie einheiratet, die auf eine Genitalverstümmelung besteht.
 
So praktizieren z.B. die Wolofs, Akus, Sereres und Manjangos nicht selbst und dennoch gibt es zahlreiche Frauen aus ihren Stämmen, die FGM erleben mussten.
 
Zahlen
Betroffene: 56% der Mädchen (0-14 Jahre) und 75% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre)
Befürworterinnen: 65% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre)
Beschneidungsalter: 55% von FGM fand bis zum 4. Lebensjahr statt, 28% zwischen dem 5. und 9., 7% zwischen dem 10. und 14. und nochmals 1% nach dem 15.
99% der Genitalverstümmelungen werden durch traditionellen Beschneiderinnen vorgenommen
 
Formen
Am üblichsten sind in Gambia mit 86% Typ I und II der WHO-Klassifikation von FGM. Bei der Klitoridektomie (Typ I) wird die Klitoris sowie mitunter die Klitorisvorhaut entfernt. Bei der Exzision (Typ II) werden zusätzlich noch die kleinen und manchmal auch die großen Labien entfernt. 12% der Mädchen (0-14 Jahre) erfuhren Typ III (Infibulation) der weiblichen Genitalverstümmelung. Hier wird das äußere Genital komplett entfernt und die Wunde bis auf ein kleines Loch zugenäht.
 
Begründungsmuster
In Gambia ist der soziale Druck auf die Frauen ein Grund für die Fortsetzung von weiblicher Genitalverstümmelung. Auch die Meinung der älteren Frauen einer Familie hat hohes Gewicht. Wenn diese sich für die Beibehaltung von Traditionen aussprechen, ist es für junge Frauen schwer, sich dagegen zu verwahren. Mitunter werden Mädchen auch ohne Einwilligung der Eltern zu einer Beschneiderin gebracht, da die älteren Tanten oder Großmütter im Glauben sind, dies aus Verantwortungsgefühl gegenüber dem Mädchen tun zu müssen. Als Vorteile von FGM werden ein besseres Selbstwertgefühl (37%), Bewahrung der Jungfräulichkeit (19%) oder Prävention vorm „Unsinn treiben“ (17%) genannt.
 
Gesetzliche Lage
1997 hat Gambia einen Nationalen Aktionsplan entwickelt, der zur Abschaffung von FGM führen soll. Seit 2015 ist weibliche Genitalverstümmelung im ganzen Land gesetzlich verboten.
 
Haltung und Tendenzen
Ist bereits die Mutter beschnitten, steigt die Gefahr, dass die Praktik auch bei der Tochter durchgeführt wird. So ist bei 72% der Mädchen (0-14 Jahre) ebenfalls die Mutter beschnitten.
Insgesamt sind 65% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre) der Meinung, dass die Praktik von FGM weiter geführt werden soll. Dies ist ein kleiner Fortschritt gegenüber der Befürwortungsquote von 71% im Jahr 2005. 33% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre) sind hingegen gegen die Weiterführung von FGM.
Der Zweck von FGM ist jedoch weltweit derselbe:
Die Mädchen sollen durch die Entfernung ihres Sexualorgans und (in vielen Kulturen) durch den erlebten Schmerz passiv, gehorsam und anspruchslos werden.
Dieser Eingriff reduziert die Frau auf ihre Rolle als Ehefrau und Mutter, führt zu Frühehen, Bildungslosigkeit und geringer Lebenserwartung.
 
Stand 09/2016 (Quellen: UNICEF/ WIKIPEDIA)
Links:
http://data.unicef.org/corecode/uploads/document6/uploaded_country_profiles/corecode/222
/Countries/FGMC_GMB.pdf
http://www.unicef.org/media/files/UNICEF_FGM_report_July_2013_Hi_res.pdf
http://www.unicef.org/media/files/FGCM_Lo_res.pdf
http://www.africanchildforum.org/clr/Harmonisation%20of%20Laws%20in%20Africa/other-documents-harmonisation_11_en.pdf
http://www.refworld.org/docid/46d5787732.html
http://www.biomedcentral.com/1471-2458/13/851
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